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Balkonkraftwerk in der Mietwohnung: Darf der Vermieter das Balkonkraftwerk verbieten?

Autor

Dennis

Veröffentlicht

19.12.2023

(stock.adobe.com)

In Deutschland lebten 2022 rund 19,9 Millionen Menschen zur Miete. Wen wundert dann das große Interesse am Thema Balkonkraftwerke in der Mietwohnung. Denn diese sind für Mieter oft die einzige kostengünstige Möglichkeit auf begrenztem Raum Energie zu sparen. Doch darfst du in der Mietwohnung einfach so ein Balkonkraftwerk aufstellen?

Balkonkraftwerk für die Mietwohnung: Stuttgarter Amtsgericht stärkt die Mieter

Vermieter können nicht von Haus aus den Betrieb eines Balkonkraftwerkes in der Mietwohnung verbieten. Gleiches gilt übrigens auch für Wohnungseigentümergemeinschaften, die eine Anlage nur dann verbieten können, wenn diese zu schwer für das Balkongeländer ist oder dauerhafte bauliche Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden müssten. Das bekräftigt auch das Urteil des Stuttgarter Amtsgericht. Im Urteil des Amtsgerichts Stuttgart (AZ 37 C 2283/20) ging es um eine Auseinandersetzung zwischen einem Vermieter und einem Mieter, der ein Balkonkraftwerk für die Mietwohnung installieren wollte. Dies wurde ihm jedoch vom Vermieter untersagt, da eine Klausel im Mietvertrag bauliche Veränderungen am Gebäude ohne Zustimmung des Vermieters nicht erlaubte.

Das Gericht entschied jedoch, dass diese Klausel unwirksam sei, da sie das gesetzlich verankerte Recht auf Nutzung erneuerbarer Energien beeinträchtige. Erst, wenn durch die Mini Solaranlage negative Auswirkungen auf das Gebäude oder andere Mieter zu befürchten wären, könnte der Vermieter die Installation unterbinden.

Balkonkraftwerk für die Mietwohnung: Diese Voraussetzungen müssen erfüllt werden

Das Amtsgericht Stuttgart hat in seinem Urteil aber auch festgestellt, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, um ein Balkonkraftwerk bei einer Mietwohnung installieren zu dürfen. Dazu gehören die Einhaltung der Bauvorschriften sowie die unauffällige und die fachgerechte Installation ohne Schäden an der Mietsache. Ebenfalls muss die VDE-Norm für steckerfertige Photovoltaik-Anlagen eingehalten werden:

  • Ein Balkonkraftwerk darf maximal 600 Watt (2024: 800 Watt) in die Steckdose einspeisen – begrenzt durch den Wechselrichter. Wenn eine Anlage diese Grenze überschreitet, wird sie als große Solaranlage betrachtet und muss anderen Vorschriften folgen.
  • Die Installation der Anlage über die Wieland-Einspeisesteckdose muss von einem Elektrofachmann durchgeführt werden. Die Bundesregierung und der VDE arbeiten jedoch daran, dass in Zukunft auch Schuko-Stecker verwendet werden dürfen.
  • Das Balkonkraftwerk stört die Optik des Hauses nicht.
  • Beim Auszug lässt es sich rückstandslos entfernen.
  • Es ist keine Verschlechterung der Mietsache zu erwarten.
  • Wegen des Balkonkraftwerks besteht für die Mietwohnung keine erhöhte Brandgefahr.

Erst Vermieter fragen, dann Balkonkraftwerk in der Mietwohnung installieren

Auch wenn dem Urteil nach der Vermieter dem Einbau eines Balkonkraftwerks an der Mietwohnung nicht grundsätzlich widersprechen kann, solltest du ihn dennoch im Vorfeld über deinen Plan informieren. So kannst du beispielsweise auch abklären, wie stabil die Balkonbrüstung ist.

Besonderheit bei baulichen Veränderungen an Bauwerken

Müssen bauliche Änderungen an Gebäuden vorgenommen werden, gibt es einige Regeln zu beachten. Dein Vermieter kann die Installation eines Balkonkraftwerks ablehnen, wenn du dazu in die Wand bohren willst oder musst. Selbst geringfügige Veränderungen sind nicht erlaubt. Dies dient langfristig dem Schutz des Mietobjekts vor Schäden. Auch Unterbaukonstruktionen als Stütze für ein Balkonkraftwerk sind unabhängig von ihrer Größe und ihrem Gewicht nicht gestattet. Denn jeder Eingriff in die Bausubstanz beeinflusst die Sicherheit und Stabilität des Mietobjekts, sei es im Innen- oder im Außenbereich.

Stimmt dein Vermieter einer solchen umfangreichen Installation jedoch zu, müssen in diesem Fall von seiner Seite die Versicherungsbedingungen für den Gebäudeschutz geändert werden. Möglicherweise steigt damit die Versicherungssumme. Die erhöhten Ausgaben darf der Vermieter dann auf dich umlegen.

Balkonkraftwerk für die Mietwohnung: Nachbarschaft miteinbeziehen

Es ist üblich, dass die Nachbarschaft in die Pläne miteinbezogen werden sollte. Liegt dein Balkon aber nicht in Sichtweite der Nachbarwohnungen, gibt es hierfür meist keine Notwendigkeit. Allerdings kann die blendende Wirkung von Solarmodulen auf dem Balkon ein Problem darstellen. So kann ein Nachbar der Installation des Balkonkraftwerks in der Mietwohnung widersprechen. Selbst, wenn andere Nachbarn bereits ein Balkonkraftwerk installiert haben. Denn bei jeder neuen Mini PV Anlage wird neu entschieden.

Installationsmöglichkeiten eines Balkonkraftwerks in Mietwohnungen

Für die Installation eines Balkonkraftwerks in Mietwohnungen gibt es verschiedene Standorte, wobei der Balkon selbst oft die bevorzugte Option ist. Dort können die Solarmodule entweder mit Standfüßen aufgestellt oder an der Balkonbrüstung befestigt werden, ohne dass bauliche Veränderungen erforderlich sind. Alternativ bieten sich auch Flachdächer oder schräge Dachflächen (bei Dachwohnungen) als weitere Möglichkeiten an, sofern sie genügend Sonnenlicht erhalten. Idealerweise sollte der Installationsort nach Süden ausgerichtet sein, um die größtmögliche Menge an Sonnenenergie zu nutzen. Es ist jedoch äußerst wichtig, dass die Installation sicher ist und keine Gefahr für andere darstellt. Bei Unklarheiten sollte vor Inbetriebnahme der Solaranlage professioneller Rat eingeholt werden.

Übrigens: Für die Anmeldung der Mini PV Anlage ist immer der Betreiber, also du als Mieter zuständig.

Exkurs: das Balkonkraftwerk für Wohnungseigentümer

Die Installation einer Balkonkraftwerk-PV-Anlage ist auch für Wohnungseigentümer eine Option. Allerdings müssen diese die Zustimmung der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) einholen. Bevor ein Balkonkraftwerk in einer Eigentumswohnung installiert wird, ist es daher ratsam, das Thema bei einer WEG-Versammlung zu besprechen, um Missverständnisse zu vermeiden und zu klären, ob die Eigentümergemeinschaft grundsätzlich damit einverstanden ist. Bewohnst du eine Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus, dann muss dein Vermieter dies mit in die nächste Sitzung nehmen und dort besprechen.

Balkonkraftwerke in Mietwohnungen – das ist die gesetzliche Lage

Es ist für Vermieter nur in speziellen, gesetzlich festgelegten Ausnahmefällen möglich, die Installation und Nutzung eines Balkonkraftwerks in der Mietwohnung zu verbieten.
Jedoch bist du als Mieter dazu verpflichtet, dir eine Erlaubnis einzuholen, das Kraftwerk sicher zu installieren und ordnungsgemäß anzumelden. Eine frühzeitige Ankündigung deines Projektes wird dir Ärger mit dem Vermieter, aber auch mit deinen Nachbarn ersparen.

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