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Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage – geht das?

Autor

Dennis

Veröffentlicht

10.08.2023

Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage
(stock.adobe.com)

Ein Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage zu betreiben ist eine interessante Möglichkeit, um seinen Eigenstromanteil zu erhöhen und die Stromkosten weiter zu senken. Allerdings gibt es einige Aspekte zu beachten, bevor du dich für eine solche Investition entscheidest. Da wären die baulichen Voraussetzungen, eine Kosten-Nutzen-Analyse oder etwa die Bestimmungen bezüglich der EEG-Vergütung – um nur einige Punkte zu nennen.

Wann ist es sinnvoll, ein Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage zu betreiben?

Ist es sinnvoll ein Balkonkraftwerk zusätzlich zu einer PV Anlage zu betreiben? Pauschal beantworten lässt sich diese Frage nicht. Vielmehr müssen die Gegebenheiten bei dir vor Ort berücksichtigt werden. Dazu gehören:

  1. Kannst du deine PV-Anlage nicht um zusätzliche Module erweitern, obwohl das wegen eines erhöhten Energiebedarfs sinnvoll wäre, kannst du die Photovoltaikanlage um ein Balkonkraftwerk ergänzen.
  2. Lässt sich das Balkonkraftwerk so ausrichten, dass es die maximale Leistung erbringen kann?
  3. Kann das Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage betrieben werden, ohne zu hohen Investitions- und Installationsaufwand? Da die Amortisation eines Balkonkraftwerks mehrere Jahre dauern kann, ist es für den Kostenausgleich ratsam, eine langfristige Investitionsperspektive über einen längeren Zeitraum zu haben.

Gerade der letzte Punkt ist entscheidend bei der Frage, wann es sinnvoll ist, ein Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV-Anlage zu betreiben.

Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage betreiben – Installationsmöglichkeiten

Bevor wir die Details näher betrachten, zunächst einmal ein Überblick darüber, wie ein Balkonkraftwerk zusammen mit einer PV-Anlage betrieben werden kann:

  1. Erweiterung einer bestehenden PV-Anlage: Hier wird die Solaranlage auf dem Dach mit dem Balkonkraftwerk verbunden. Der produzierte Strom fließt zur Nutzung in das Hausnetz. Allerdings ist die technische Umsetzung oft komplex und erfordert die Unterstützung eines Fachmanns. Zudem gelten für den Solarstrom des Balkonkraftwerks die gleichen Einspeisevergütungen wie für die PV-Anlage. In den meisten Fällen lohnt sich diese Option wegen der technischen Schwierigkeiten und der geringen Einspeisevergütung für den zusätzlichen Strom nicht.
  2. Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage betreiben: Hier wird das Balkonkraftwerk über eine Steckdose mit dem Hausnetz verbunden. Die PV-Anlage funktioniert weiterhin unabhängig davon. Der Solarstrom des Balkonkraftwerks fließt direkt zu den elektrischen Verbrauchern im Haus. Bei dieser Installation sind keine umfangreichen technischen Anpassungen an der bestehenden Photovoltaikanlage nötig. Somit ist das die deutlich günstigere Variante.

Photovoltaikanlage um Balkonkraftwerk erweitern – das gibt es zu beachten

Wenn du eine bestehende PV-Anlage um ein Balkonkraftwerk erweitern möchtest, musst du einige Punkte beachten. Schließlich wurde die Dachanlage für den bestmöglichen Betrieb und Stromgewinn ausgelegt. Wenn du sie nun mit einem zusätzlichen Balkonkraftwerk parallelschalten möchtest, müssen die Komponenten beider Systeme kompatibel sein. Insbesondere die elektrische Spannung und Leistung beider Anlagen müssen aufeinander abgestimmt sein.

Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage: Hält das dein Stromnetz aus?

Möchtest du ein Balkonkraftwerk nutzen, um den Stromertrag deiner PV-Anlage zu ergänzen, muss dein Stromnetz zu Hause ausreichend abgesichert sein. Üblicherweise ist der Stromkreislauf nur für die Nennleistung der Dachsolaranlage ausgelegt.

Wenn nun aber das Balkonkraftwerk zusätzlichen Strom einspeist, erhöht sich die Wattzahl in deinem Hausstromnetz um maximal 600 Watt. Warum 600 Watt? Das ist die derzeit maximal zulässige Leistung der Steckersolaranlagen in Deutschland. Um sicherzustellen, dass das Stromnetz ausreichend abgesichert ist und die erhöhte Belastung verkraften kann, muss es von einem Fachmann durchgemessen werden. Dieser wird bei Bedarf das Stromnetz gegen die zusätzliche Leistung absichern.

Reicht ein Wechselrichter?

Ebenfalls entscheidend bei der Erweiterung einer PV-Anlage um ein Balkonkraftwerk ist der installierte Wechselrichter. Hier musst du überprüfen, ob der vorhandene Spannungswandler die erhöhte Leistung verkraftet. Denn auch er wurde in der Regel genau auf die Größe der PV-Anlage abgestimmt.

Um festzustellen, ob der Wechselrichter für die Kombination aus PV-Anlage und Balkonkraftwerk geeignet ist, muss ein Fachmann den minimalen und maximalen Eingangsspannungsbereich des Wechselrichters überprüfen. Ist dieser zu niedrig, muss möglicherweise ein größerer Wechselrichter installiert werden.

Beispiel: Bei 6 Solarmodulen a 35 Volt Nennspannung liegt die Eingangsspannung bei 210 Volt. Der Eingangsspannungsbereich des installierten Wechselrichters liegt zwischen 150 bis 250 Volt. Mit einem zusätzlich Balkonkraftwerk zur PV Anlage steigt die Eingangsspannung auf 315 Volt. Deswegen muss ein größerer Wechselrichter mit einem Spannungsbereich bis 350 Volt installiert werden – oder ein zweiter.

Gilt deine EEG-Vergütung für beide Anlagen?

Bekommst du für den eingespeisten Strom der Photovoltaikanlage eine Einspeisevergütung, musst du beim zusätzlichen Betrieb eines Balkonkraftwerks wissen, dass die EEG-Vergütung in der Regel nur für die Haupt-PV-Anlage gilt und nicht automatisch für das Balkonkraftwerk. Soll nun aber das Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage betrieben werden und möchtest du auch hier von der Einspeisevergütung profitieren, muss:

  • das Balkonkraftwerk auf dem gleichen Grundstück installiert sein, wie die PV Anlage.
  • Das Balkonkraftwerk muss innerhalb von 12 Monaten nach der Inbetriebnahme im Markstammdatenregister als Ergänzung zur PV-Anlage eingetragen werden. Nur dann gilt der ursprünglich vereinbarte Vergütungssatz der PV-Anlage auch für das Balkonkraftwerk.
  • Wird das Balkonkraftwerk hingegen nach 12 Monaten installiert, wird die gesamte PV-Anlage zur Neuanlage und die Einspeisevergütung wird neu berechnet. Dies kann, je nach aktuellem Vergütungssatz, finanzielle Einbußen nach sich ziehen. Weitere Informationen zu diesem Thema findest du im aktuellen § 9 Abs. 3 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Balkonkraftwerk unabhängig zur PV-Anlage betreiben

Alternativ kannst du zusätzliche Balkonkraftwerk unabhängig von der PV-Anlage betreiben. In diesem Fall sind keine zusätzlichen Installationen nötig. Daher ist diese Variante oftmals auch die bessere.

Einmal installiert, speist das Balkonkraftwerk den Solarstrom über eine herkömmliche Steckdose in dein Haushaltsstromnetz ein, wo er direkt von den Endverbrauchern genutzt wird. Überschüssiger Strom der Mini PV-Anlage fließt automatisch in das öffentliche Netz. Diese werden dann automatisch dem Zähler der großen PV-Anlage zugeordnet und vergütet.

Wurde das Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage installiert, ohne dass dieses für die EEG-Umlage angemeldet wurde, kann im Fall der Einspeisung durch die Mini Steckersolaranlage das Risiko eines Subventionsbetrugs bestehen.

Idealerweise lässt du einen Zwischenzähler installieren, um die Einspeisung der PV-Anlage von der des Balkonkraftwerks zu unterscheiden. Alternativ kann auch eine separate EEG-Anmeldung für das Balkonkraftwerk erfolgen.

Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV Anlage: Lohnt sich das?

Der Anschluss eines Balkonkraftwerks zusätzlich zur PV Anlage kann sinnvoll sein, gerade wenn der Eigenstrombedarf gestiegen ist. Jedoch solltest du dir die Sache gut überlegen. Vor allem, wenn du eine Einspeisevergütung beziehst. In diesem Fall musst du entweder eine EEG-Vergütung zum Balkonkraftwerk beantragen oder, um den Vertrag der Photovoltaikanlage nutzen zu können, das Steckermodul binnen eines Jahres nach der Installation der Dachanlage anschaffen. Möchtest du das Balkonkraftwerk zusammen mit der Dachanlage betreiben, müssen außerdem die Leistungsfähigkeit des Hausstromnetzes überprüft und gegebenenfalls ein neuer Wechselrichter installiert werden. Das kann die Kosten aber schnell in die Höhe treiben. Ob sich die Anschaffung dann noch lohnt, bleibt fraglich. Denn ein Balkonkraftwerk kostet rund 1000 Euro. Die zusätzlichen Installationskosten liegen bei rund 400 Euro. Doch das Einsparpotenzial des Balkonkraftwerks liegt bei einem angenommenen Strompreis von 40 Cent/kWh lediglich bei 100 bis 200 Euro/Jahr. Somit amortisiert sich die Steckersolaranlage erst nach rund 10 Jahren.

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